Leute, ich muss ehrlich sein: Als ich diese Woche die Nachricht über GALAX gelesen habe, war das ein echter Schlag. Wer sich ein bisschen mit Grafikkarten auskennt, der weiß, was die weißen Hall of Fame-Karten für die Enthusiasten-Szene bedeutet haben. Jetzt ist Schluss – nach 30 Jahren im Geschäft wird der eigenständige Betrieb eingestellt. Palit übernimmt ab sofort die komplette Kontrolle.
Was ist passiert?
Ende April 2026 tauchte auf der brasilianischen GALAX-Webseite eine Mitteilung auf: Alle Kundenanfragen, RMA-Fälle und Garantieleistungen werden ab sofort von Palit abgewickelt. Das Team wurde informiert, dass sie keinen Zugang mehr zu den internen Systemen haben. Die globale Belegschaft wurde entlassen. Das klingt hart – und ist es auch.
GALAX, ursprünglich Galaxy Microsystems, wurde 1994 in Hongkong gegründet und war seit 1999 offizieller NVIDIA-Partner. Die Firma war bekannt für ihre Hall of Fame (HOF) Serie – Grafikkarten mit weißen PCBs, massiven VRM-Designs und speziell selektierten GPU-Chips für Extrem-Übertaktung. Etliche Weltrekorde wurden mit HOF-Karten aufgestellt. In Europa kennen viele die Marke auch unter dem Namen KFA2.
Jetzt kommt der wichtige Teil: Palit hat schnell klargestellt, dass die Marken GALAX, KFA2 und HOF weiterhin existieren werden. Die Produktion läuft weiter, nur eben direkt aus der Palit-Zentrale in Taiwan. Die eigenständige GALAX-Operation mit eigenen Teams und eigenem PCB-Design? Die ist Geschichte.
Die wahre Ursache: Die Speicherkrise 2026
Offiziell nennt Palit ‚Rohstoffknappheit durch die KI-Ära‘ als Grund. Das ist nicht falsch, aber auch nur die halbe Wahrheit. Der GPU-Markt 2026 steckt in einer beispiellosen Krise. GDDR7-Speicher ist extrem knapp, HBM-Produktion für KI-Datacenter frisst alles auf, was die Fabriken hergeben.
Die Zahlen sprechen für sich: NVIDIA hat die RTX 50-Produktion im ersten Halbjahr 2026 um 30 bis 40 Prozent gekürzt. Board-Partner bekommen weniger GPUs, weniger Speicher und deutlich weniger Planungssicherheit. Laut Berichten sind DRAM-Preise im Vergleich zum Vorquartal um über 90 Prozent gestiegen. Die RTX 5090 wird teilweise für 65 Prozent über dem empfohlenen Verkaufspreis gehandelt.
Für einen mittelgroßen AIB-Partner wie GALAX, der keine eigene Speicherproduktion hat und keine Foundry-Kapazitäten kontrolliert, wird der Spielraum in so einer Situation extrem eng. Und GALAX war innerhalb der Palit-Gruppe immer die Marke mit dem höchsten Aufwand pro verkaufter Karte – Custom-PCBs wie bei der HOF-Serie sind teuer in der Entwicklung, die Stückzahlen überschaubar, die Zielgruppe spezialisiert.
Was bedeutet das für Käufer?
Wenn ihr eine GALAX- oder KFA2-Karte besitzt: Keine Panik. Palit übernimmt sämtliche Garantieansprüche und RMA-Fälle. Die Produkte verschwinden nicht vom Markt, sie werden nur unter neuer Führung weitergeführt. Ob die nächste Generation der HOF-Karten das gleiche Niveau erreicht, wenn sie von Taiwan aus statt mit einem eigenständigen Team entwickelt wird, bleibt abzuwarten.
Für den breiteren Markt ist GALAX ein Warnsignal. Nach EVGA 2022 ist das der zweite große Name, der dem Druck nicht mehr standhalten kann. Die Konsolidierung bei den Grafikkarten-Herstellern beschleunigt sich. Kleinere und mittlere Partner ohne eigene Lieferketten werden es zunehmend schwer haben.
Fazit: Ein Abschied, der wehtut
Ich will hier nicht dramatisieren, aber GALAX war mehr als nur ein weiterer GPU-Hersteller. Die Hall of Fame-Karten hatten Charakter, sie standen für Kompromisslosigkeit und Enthusiasmus. Wenn jemand auf einem Event eine weiße HOF gezogen hat, wusste man: Der meint es ernst.
Dass ausgerechnet diese Marke jetzt der Speicherkrise zum Opfer fällt, zeigt wie ernst die Lage ist. Die KI-Industrie saugt Ressourcen ab, die dem Consumer-Markt fehlen. Gaming-GPUs machen bei NVIDIA mittlerweile nur noch etwa 8 Prozent des Umsatzes aus – 2022 waren es noch 35 Prozent. Das verschiebt Prioritäten.
Palit wird die HOF-Marke weiterführen, ja. Aber ob der Spirit erhalten bleibt, wenn die eigenständigen Teams weg sind? Das wird sich zeigen. Für mich persönlich ist das Ende einer Ära – und ein weiterer Beweis dafür, dass 2026 kein gutes Jahr für PC-Enthusiasten ist, die auf faire Preise und gute Verfügbarkeit hoffen.


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