Intel Core Ultra 250K Plus & 270K Plus: Lohnt sich Arrow Lake Refresh jetzt noch?

Manchmal fragt man sich, was sich Intel dabei denkt. Da bringt der Chip-Gigant Mitte März zwei neue Desktop-CPUs auf den Markt, die in den Benchmarks überraschend gut abschneiden – und das ausgerechnet auf einer Plattform, die in wenigen Monaten durch Nova Lake abgelöst wird. Willkommen beim Core Ultra 5 250K Plus und Core Ultra 7 270K Plus, dem sogenannten Arrow Lake Refresh. Ich habe mir die Tests und Zahlen angeschaut und sage euch, was die Teile können – und ob ihr jetzt zugreifen solltet.

Was steckt drin? Die harten Fakten

Intel hat bei den Plus-Modellen an den richtigen Stellschrauben gedreht. Der Core Ultra 7 270K Plus kommt mit 24 Kernen (8 Performance + 16 Efficiency), erreicht einen maximalen Boost von 5,5 GHz auf den P-Cores und bringt 36 MB L3-Cache mit. Der kleinere Core Ultra 5 250K Plus bietet 18 Kerne (6P + 12E), taktet bis zu 5,3 GHz und hat 30 MB Cache an Bord. Beide Chips unterstützen jetzt nativ DDR5-7200, was ein deutlicher Sprung gegenüber den 6400 MT/s der ursprünglichen Arrow-Lake-CPUs ist.

Der eigentliche Clou: Die Preise. Intel verlangt nur 199 Dollar für den 250K Plus und 299 Dollar für den 270K Plus. Das ist deutlich günstiger als bei der ersten Arrow-Lake-Generation und zielt direkt auf AMDs Ryzen 5 9600X und Ryzen 7 9700X.

Die Benchmark-Überraschung

Ich geb’s zu: Als ich die ersten Testergebnisse gesehen habe, musste ich zweimal hinschauen. Der 270K Plus schlägt in Multi-Thread-Workloads teilweise sogar den teureren Core Ultra 9 285K. Die zusätzlichen E-Cores machen hier den Unterschied. In Cinebench 2026 ist der 250K Plus satte 85 Prozent schneller als AMDs Ryzen 5 9600X. Beim Rendern in Blender braucht er 44 Prozent weniger Zeit als AMDs Sechskerner.

Auch Gaming-Performance hat Intel verbessert – laut eigenen Angaben um bis zu 15 Prozent gegenüber den Vorgängern. In der Praxis liegt der 270K Plus zwar noch hinter AMDs 9800X3D, aber der kostet auch 60 Prozent mehr. Bei Browser-Benchmarks wie Speedometer zeigt sich der 270K Plus etwa 9 Prozent schneller als der 265K. Der Tom’s Hardware-Tester hat nach eigener Aussage über 50 Stunden mit Nachtests verbracht, weil er den Ergebnissen anfangs nicht glaubte.

Das große Aber: Die Plattform-Frage

Hier kommt der Haken, den ich euch nicht verschweigen will: Der Sockel LGA 1851 ist eine Sackgasse. Nova Lake, Intels nächste Desktop-Generation, kommt Ende 2026 oder Anfang 2027 – und bringt einen neuen Sockel mit. Wer jetzt Arrow Lake Refresh kauft, kann später nicht einfach upgraden, ohne auch das Mainboard zu wechseln.

Dazu kommt die aktuelle RAM-Misere. DDR5-Speicher ist wegen der KI-Nachfrage in Rechenzentren teurer geworden. IDC rechnet mit einem Rückgang der PC-Verkäufe um 11,3 Prozent in diesem Jahr. Ein Upgrade-Pfad ohne RAM-Neukauf wäre also Gold wert – gibt’s hier aber nicht.

Für wen lohnt sich das?

Der Core Ultra 5 250K Plus ist objektiv betrachtet der spannendere Chip. Für 199 Dollar bekommt ihr Multi-Thread-Performance auf einem Niveau, das AMD in dieser Preisklasse nicht bieten kann. Bei Produktivitäts-Anwendungen wie Video-Rendering oder 3D-Arbeit ist das ein echtes Argument. Wer seinen Rechner alle vier bis fünf Jahre erneuert und kein Interesse an mehreren CPU-Generationen auf einem Mainboard hat, kann zuschlagen.

Der 270K Plus macht Sinn, wenn ihr neben Produktivität auch ordentlich zocken wollt und nicht den Aufpreis für X3D-CPUs zahlen möchtet. Er ist nicht der schnellste Gaming-Chip, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

Mein Fazit

Intel hat mit Arrow Lake Refresh geliefert – technisch jedenfalls. Die Performance ist gut, die Preise sind fair, und die Probleme des ursprünglichen Arrow Lake Launch wurden behoben. Der 250K Plus für 199 Dollar ist ehrlich gesagt ein verdammt guter Deal für Content Creator.

Aber das Timing nervt mich. Nova Lake steht vor der Tür, die RAM-Preise sind absurd, und der Sockel ist tot. Wer nicht dringend jetzt eine neue CPU braucht, sollte die Computex nächste Woche abwarten – da werden wir mehr über Intels Zukunftspläne erfahren. Und vielleicht auch über günstigere RAM-Alternativen.

Für alle anderen gilt: Der 250K Plus ist die bessere Wahl als der 270K Plus. Nicht weil er schneller ist, sondern weil der Aufpreis von 100 Dollar für die meisten Nutzer keinen spürbaren Unterschied macht. Und mal ehrlich – bei einer Dead-End-Plattform will niemand mehr Geld ausgeben als nötig.


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