Steam Controller 2026 im Test: Valves Comeback überzeugt – Wenn man einen bekommt

Manchmal braucht es einen zweiten Anlauf. 2015 versuchte Valve mit dem ersten Steam Controller, PC-Gaming vom Schreibtisch auf die Couch zu bringen. Das Konzept war mutig, aber die zwei riesigen Trackpads anstelle von Analogsticks? Gewöhnungsbedürftig. Der Controller floppte und wurde 2019 für lächerliche 5 Dollar verramscht. Doch jetzt ist Valve zurück – und diesmal haben sie ihre Hausaufgaben gemacht.

Was ist neu am Steam Controller 2026?

Die größte Änderung fällt sofort ins Auge: Der neue Steam Controller hat jetzt zwei echte Analogsticks. Klingt banal, ist aber der Game-Changer schlechthin. Valve hat das Layout quasi vom Steam Deck übernommen – wer das Handheld kennt, fühlt sich sofort zu Hause. Die Sticks sitzen symmetrisch unterhalb der Face-Buttons, ähnlich wie beim PlayStation-Controller.

Aber Valve wäre nicht Valve, wenn sie nicht noch ihre eigene Note einbringen würden. Die zwei Trackpads sind immer noch da, nur kleiner und clever unter den Sticks positioniert. Dazu kommt ein 6-Achsen-Gyro, HD-Haptik mit vier Vibrationsmotoren und das sogenannte Grip Sense: Legt ihr den Daumen auf den Stick, aktiviert sich automatisch die Gyroskop-Steuerung. Das klingt wie ein Gimmick, aber für präzises Zielen in Shootern ist das Gold wert.

Technisches Highlight: Die TMR-Magnetsticks (Tunneling Magnetoresistance). Die funktionieren rein magnetisch ohne mechanischen Kontakt – theoretisch also kein Stick-Drift. Das allein dürfte viele Gamer überzeugen, die schon drei kaputte Xbox-Controller im Schrank liegen haben.

Design, Akku und der ‚Puck‘

Mit 292 Gramm ist der Steam Controller kein Leichtgewicht – etwas schwerer als ein DualSense und deutlich massiger als ein Xbox-Controller. Wer große Hände hat, wird das begrüßen. Für kleinere Hände könnte es auf Dauer anstrengend werden.

Die Akkulaufzeit? Valve verspricht über 35 Stunden. In unabhängigen Tests (Gamers Nexus) wurden sogar bis zu 73 Stunden gemessen. Das ist absolut Spitzenklasse. Aufgeladen wird über den mitgelieferten ‚Steam Controller Puck‘ – ein magnetisches Dock, das gleichzeitig als 2,4-GHz-Funkempfänger dient. Clever gelöst, denn die proprietäre Verbindung soll weniger Latenz und Interferenzen haben als Bluetooth.

Apropos Reparierbarkeit: Valve hat mit iFixit zusammengearbeitet. Der Controller lässt sich mit normalen Torx-Schrauben öffnen, Akku und Module sind austauschbar. In Zeiten von verklebten Wegwerf-Gadgets ist das eine echte Ansage.

Der Launch – Ein Chaos mit Ansage

Am 4. Mai 2026 ging der Steam Controller für 99 Dollar / 99 Euro / 85 Pfund in den Verkauf – und war nach 30 Minuten ausverkauft. Kein Scherz. Wer nicht pünktlich um 19 Uhr deutscher Zeit am Rechner saß, hatte Pech gehabt. Auf eBay tauchten sofort Angebote für das Dreifache des Preises auf.

Valves Reaktion? Erstmal Schweigen, dann ein schnelles Statement auf X: Man sei vom Ansturm überrascht gewesen und arbeite an Nachschub. Am 8. Mai führte Valve ein Reservierungssystem ein – ähnlich wie beim Steam Deck. Nur ein Controller pro Account, keine Neuanmeldungen nach dem 27. April, 72 Stunden Zeit nach E-Mail-Benachrichtigung. Vernünftig, aber ein bisschen spät.

Die gute Nachricht: Die erste Reservierungswelle für USA und Kanada startete am 11. Mai. Europa und andere Regionen sollen in den kommenden Wochen folgen. Wer geduldig ist, hat also noch eine Chance.

Für wen lohnt sich der Steam Controller?

Hier muss man ehrlich sein: Der Steam Controller ist kein Universal-Gamepad. Er ist für das Steam-Ökosystem optimiert. Außerhalb von Steam verliert er viele seiner Funktionen – wer hauptsächlich im Game Pass oder Epic Games Store spielt, muss basteln oder auf Features verzichten.

Aber wenn ihr hauptsächlich auf Steam unterwegs seid und von der Couch aus zocken wollt? Dann ist das hier wahrscheinlich der beste Controller, den ihr kaufen könnt. Die Kombination aus Trackpads, Gyro und den driftfreien TMR-Sticks gibt es sonst nirgends zu diesem Preis.

Fazit: Valve hat geliefert – jetzt müssen sie nur noch nachliefern

Der Steam Controller 2026 ist ein massives Upgrade gegenüber dem Vorgänger. Valve hat aus den Fehlern gelernt, das Steam-Deck-Design übernommen und mit innovativer Technik kombiniert. Die TMR-Sticks allein machen das Ding interessant, die Akkulaufzeit ist phänomenal, und die Reparierbarkeit setzt Maßstäbe.

Mein persönliches Problem? Ich habe am 4. Mai fünf Minuten zu spät geguckt. Jetzt warte ich wie alle anderen auf das Reservierungssystem. Aber wenn Valve es schafft, genug Controller zu produzieren, wird das hier ein Hit. Die Nachfrage ist definitiv da – jetzt muss Valve nur noch liefern. Buchstäblich.

Was sagt ihr? Habt ihr einen ergattert oder wartet ihr auch auf den Restock? Schreibt mir in die Kommentare!


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