Forza Horizon 6 im Test: Japan ist endlich da – Und die Karte ist der absolute Wahnsinn

Leute, es ist soweit: Forza Horizon 6 ist da. Gestern um Mitternacht ging der Startschuss, und ich hab die letzte Nacht quasi durchgespielt. Die Kurzversion? Japan war das Warten wert. Die Langversion? Dafür seid ihr ja hier.

Japan: Die Karte, auf die alle gewartet haben

Seit dem ersten Forza Horizon bettelt die Community um Japan als Setting. Playground Games hat sich Zeit gelassen – aber was sie abgeliefert haben, übertrifft meine Erwartungen deutlich. Die Map ist schlicht die größte und dichteste, die es je in der Serie gab. Wir reden hier von über 670 Straßen, aufgeteilt auf 7 große Regionen und 74 Distrikte.

Das Highlight ist ohne Frage Tokyo City. Der urbane Bereich ist laut Playground fünfmal größer als jede Stadt, die sie je in einem Horizon-Spiel gebaut haben. Shibuya Crossing, Tokyo Tower, die Gingko Avenue – alles ist dabei. Und dann die legendären Bergpässe: Strecken inspiriert vom Mt. Haruna und Bandai-Azuma – ja, genau die aus Initial D. Mein innerer Takumi weint vor Freude.

Was mich aber wirklich überrascht hat: Die Fog-of-War-Mechanik. Zum ersten Mal in der Serie ist die Karte nicht von Anfang an vollständig sichtbar. Ihr müsst tatsächlich fahren, um sie aufzudecken. Klingt simpel, macht aber jeden neuen Straßenabschnitt zu einer echten Entdeckung. Endlich fühlt sich Erkunden wieder wie Erkunden an.

Über 550 Autos und endlich ordentlich JDM

Mit mehr als 550 Fahrzeugen bei Release hat Playground nicht gegeizt. Und ja, der JDM-Anteil ist massiv. Es war ja auch höchste Zeit. Das Cover ziert der 2025 GR GT Prototype – ein rennabgeleitetes Straßenauto von Toyota Gazoo Racing, das hier sein Videospiel-Debüt feiert. Daneben gibt’s den 2025 Toyota Land Cruiser als zweites Cover-Car.

Wer frühere Horizon-Teile gespielt hat, bekommt übrigens Loyalitäts-Autos. Der Mercedes-AMG One aus Horizon 5, der Lamborghini Centenario aus Teil 3, der Huracán aus Teil 2 – alles dabei, wenn euer Gamertag die nötige Historie mitbringt.

Die Audiotechnik haben sie ebenfalls aufpoliert. Neue akustische Modellierung, überarbeitete Engine-Sounds und Feldaufnahmen aus allen vier Jahreszeiten in Japan sorgen für eine Soundkulisse, die spürbar authentischer klingt als beim Vorgänger.

Vom Tourist zum Horizon-Legend: Der neue Kampagnen-Ansatz

Interessanter Twist in der Story: Ihr startet nicht als anonymer Rennfahrer, sondern als Tourist. Erst müsst ihr euch für das Horizon Festival qualifizieren – über die Horizon Qualifiers – und arbeitet euch dann durch die Wristband-Ränge nach oben. Das klingt nach kleiner Änderung, gibt der Kampagne aber tatsächlich mehr Struktur.

Auf dem Weg trefft ihr die ‚Legends‘ des Festivals und erlebt Geschichten, die in der japanischen Autokultur verwurzelt sind. Touge Battles gegen andere Fahrer inklusive. PC Gamer meckert zwar über die Dialoge – ‚bland‘ und ‚trite platitudes‘ fällt da als Kritik – aber mal ehrlich: Wer spielt Horizon für die Story?

Die Zahlen sprechen für sich

Beim Early Access am 15. Mai erreichte das Spiel 172.093 gleichzeitige Spieler auf Steam – ein Franchise-Rekord, der den Peak von Forza Horizon 5 mehr als verdoppelt. Der Metacritic-Score liegt aktuell bei 92, und 100% der Kritiker bei OpenCritic empfehlen das Spiel. Game Informer gibt 93, EuroGamer sogar 100 Punkte.

Windows Central fasst es gut zusammen: Das Spiel ist ‚the series at its most confident, most refined, and most fun.‘ Playground Games macht seit über einem Jahrzehnt dasselbe – aber sie machen es verdammt gut.

Apropos Plattformen: Forza Horizon 6 ist auf Xbox Series X|S, PC via Steam und Microsoft Store erhältlich – und direkt im Game Pass enthalten. Eine PS5-Version kommt später im Jahr, das Datum steht aber noch nicht fest.

Mein Fazit

Nach einer durchgezockten Nacht kann ich euch sagen: Forza Horizon 6 ist genau das, was ich erwartet habe – und noch ein bisschen mehr. Japan als Setting ist brillant umgesetzt, die Karte bietet eine Dichte und Vertikalität, die wir in der Serie noch nicht hatten. Ja, es ist im Kern das gleiche Horizon-Rezept. Aber wenn das Rezept so gut funktioniert, warum groß dran rütteln?

Die Fog-of-War-Mechanik ist mein persönliches Highlight. Endlich fühlt sich Erkunden wieder wie ein Abenteuer an, nicht wie Abhaken einer To-Do-Liste. Für Fans der Serie ist Forza Horizon 6 ein absoluter No-Brainer. Und für alle, die noch nie einen Horizon-Teil gespielt haben: Besseren Einstieg gibt’s nicht.

Wir sehen uns auf dem C1 Loop. Ich hab noch 580 Straßen zu entdecken.


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