Intel Panther Lake im Test: Wenn die integrierte Grafik plötzlich Gaming-Laptops alt aussehen lässt

Ich muss ehrlich sein: Als Intel auf der CES 2026 behauptete, ihre neue integrierte Grafik würde mit diskreten Gaming-GPUs mithalten können, habe ich innerlich die Augen verdreht. Integrierte Grafik und Gaming – das war bisher ungefähr so kompatibel wie Ketchup und Eis. Aber die ersten unabhängigen Tests zeigen: Intel hat diesmal nicht übertrieben.

Panther Lake: Was steckt in Intels neuer Generation?

Die Core Ultra Series 3 – intern Panther Lake genannt – ist der erste Intel-Prozessor, der auf dem hauseigenen 18A-Fertigungsprozess (1,8nm-Klasse) basiert. Das ist ein großer Schritt, denn bisher war Intel bei mobilen Chips stark von TSMC abhängig. Die Compute-Tiles werden jetzt im eigenen Fab 52 in Arizona gefertigt – Intel nimmt hier das Heft wieder selbst in die Hand.

Das Flaggschiff Core Ultra X9 388H bringt eine Konfiguration mit 16 Kernen (4 Performance + 8 Efficiency + 4 Low-Power Efficiency), die neue NPU 5 mit 50 TOPS KI-Leistung, und – der Star der Show – bis zu 12 Xe3-Grafikkerne in Form der Arc B390 iGPU. Zusammen mit den 122 GPU-TOPS für KI-Berechnungen erreicht die Plattform insgesamt 180 TOPS. Das sind beeindruckende Zahlen auf dem Papier, aber was bedeutet das in der Praxis?

Die Benchmarks: Hier wird’s spannend

In Hands-on-Tests auf der CES 2026 und nachfolgenden Reviews zeigt sich ein klares Bild: Die Arc B390 liefert in Cyberpunk 2077 bei 1080p mit aktiviertem Raytracing (ohne Frame-Generation) durchschnittlich 52 FPS. Bei mittleren Einstellungen steigt das auf gesunde 64 FPS. Das ist für eine integrierte Grafik schlicht bemerkenswert – vor zwei Jahren war Raytracing auf Ultrabooks ein Witz.

Im Shadow of the Tomb Raider auf höchsten Einstellungen erreicht die Arc B390 laut Tests Werte, die fast an eine mobile RTX 3060 heranreichen. Wohlgemerkt: In einem 45-Watt-Thin-and-Light-Laptop, nicht in einem Gaming-Monster mit 200-Watt-Netzteil und Turbinen-Lüftern.

Der HP OmniBook 7 mit Panther Lake schaffte im 3DMark Solar Bay Test beeindruckende 114 FPS im Durchschnitt bei 1440p mit optimiertem Raytracing. Nur die deutlich teureren Strix-Halo-Laptops von AMD konnten das mit integrierten GPUs toppen.

Akkulaufzeit: Der eigentliche Game-Changer

Hier liegt für mich der wahre Clou: Der HP OmniBook 7 hielt im Office-Benchmark von UL Procyon 22 Stunden und 20 Minuten durch. Der Lenovo Yoga Slim 7i Ultra mit Panther Lake wiegt unter einem Kilogramm und soll laut Intel bis zu 27 Stunden schaffen – mit Gaming-fähiger Grafik an Bord.

Das Lenovo Yoga Slim 7i Aura Edition 2026 startet bei erschwinglichen 849 Dollar, wiegt nur 2,15 Pfund (knapp unter einem Kilo) und bietet ein 14-Zoll POLED-Display mit 2880×1800 Pixeln. Das sind Spezifikationen, die vor einem Jahr nur in Gaming-Laptops der gehobenen Preisklasse zu finden waren.

AMD und die Konkurrenz schlafen nicht

AMD kontert mit eigenen Benchmarks und behauptet, der Ryzen AI Max 395+ liefere 37% schnellere Grafikleistung als der Core Ultra X9 388H. Außerdem bietet AMD mit 32 Threads (16 Zen-5-Kerne) mehr Multi-Threading-Power. In unabhängigen Tests liegt AMD’s Strix/Gorgon-Point-Hardware aber etwa 10-15% hinter Panther Lake bei der CPU-Leistung.

Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen: Für reine Multi-Core-Workloads hat AMD weiterhin Vorteile, aber Intels Kombination aus starker iGPU, hervorragender Effizienz und NPU-Leistung macht Panther Lake zur derzeit vielseitigsten Ultrabook-Plattform.

Fazit: Ein echter Paradigmenwechsel – mit Einschränkungen

Ich sage es ungern, aber Intel hat mich überzeugt. Die Zeiten, in denen man für gelegentliches Gaming einen separaten Gaming-Laptop brauchte, könnten vorbei sein. Ein Panther-Lake-Ultrabook schafft Cyberpunk mit Raytracing bei spielbaren Frameraten – das war vor zwei Jahren undenkbar.

Aber es gibt Einschränkungen: Wer professionelle Videobearbeitung macht oder 3D-Rendering betreibt, braucht weiterhin dedizierte Grafik. Die Arc B390 ist keine RTX 4060 – sie ist nur eine iGPU, die verdammt nahe dran kommt. Für Content Creator mit einfachen Projekten reicht sie aus, für Premiere-Pro-Poweruser nicht.

Meine Empfehlung: Wenn ihr 2025er-Laptops mit großen Rabatten seht, überlegt zweimal. Panther Lake hat die Messlatte so hoch gelegt, dass ältere Modelle schneller veralten könnten als erwartet. Die Dell XPS 14 (2026), das MSI Prestige 14 Flip AI+ oder das Lenovo Yoga Slim 7i Ultra sind meine aktuellen Favoriten – je nach Budget und Priorität.

Und mal ehrlich: Ein Ultrabook, das unter einem Kilo wiegt, über 20 Stunden Akku hat UND Cyberpunk zocken kann? Das hätte ich vor einem Jahr für Science-Fiction gehalten.


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