Moin Leute, heute muss ich mal ein bisschen Frust ablassen. Seit über einem Jahr beobachte ich die Gerüchteküche rund um Intels „Big Battlemage“ – den großen BMG-G31-Chip, der als Arc B770 endlich echte Konkurrenz für Nvidia und AMD im Mittelklasse-Segment bringen sollte. Jetzt ist der Chip da. Nur eben nicht als Gaming-Karte.
Arc B770 ist tot, lang lebe die Arc Pro B70
Am 25. März 2026 hat Intel die Arc Pro B70 offiziell vorgestellt – eine Workstation-Grafikkarte mit satten 32 GB GDDR6-Speicher für 949 Dollar. Die technischen Daten lesen sich durchaus beeindruckend: 32 Xe2-Kerne, 256 XMX-Engines, 367 INT8-TOPS und 608 GB/s Speicherbandbreite auf einem 256-Bit-Interface. Das ist der vollständige BMG-G31-Chip, auf den Gamer so lange gewartet haben.
Aber hier kommt der Haken: Intel positioniert die Karte ausschließlich für lokale KI-Inferenz, Agenten-Workloads und professionelle Anwendungen. Gaming? Fehlanzeige. Zumindest offiziell.
Die Gaming-Performance ist da – der Preis auch
Findige Tester haben natürlich trotzdem geschaut, was der Big Battlemage in Spielen leistet. Und siehe da: Die Arc Pro B70 schlägt die Arc B580 um etwa 33% bis 40% in Rasterizer-Benchmarks und sogar bis zu 65% bei aktiviertem Raytracing. Im Vergleich zur RTX 5060 Ti liefert sich die Intel-Karte ein Kopf-an-Kopf-Rennen – mal liegt Nvidia vorne, mal Intel, je nach Spiel.
In Cyberpunk 2077 erreicht die Arc Pro B70 bei 1440p stolze 90 FPS, während die RTX 5060 Ti bei knapp 79 FPS landet. Bei Kingdom Come: Deliverance II und F1 25 sieht man ähnliche Ergebnisse. Das Potenzial wäre also definitiv da gewesen.
Das Problem? Für 949 Dollar bekommt ihr eine Workstation-Karte mit Pro-Treibern. Eine hypothetische Arc B770 mit 16 GB hätte vielleicht 400 bis 450 Dollar kosten können – und wäre damit ein echter Gamechanger für Budget-Gamer gewesen.
Warum Intel den Gamer-Markt aufgibt
Die offizielle Begründung ist so nüchtern wie ernüchternd: finanzielle Machbarkeit. Mit einem Marktanteil von unter 1% bei Gaming-GPUs und explodierenden Speicherpreisen durch die KI-Nachfrage rechnet sich eine Consumer-Karte für Intel schlicht nicht mehr. Die DRAM-Krise hat die Produktionskosten so weit nach oben getrieben, dass eine bezahlbare 16-GB-Gaming-Karte aktuell unmöglich ist.
Stattdessen fokussiert sich Intel auf den lukrativeren Profi-Markt. Die Arc Pro B70 mit ihren 32 GB VRAM ist für lokale LLM-Inferenz tatsächlich attraktiv – sie kostet knapp die Hälfte einer vergleichbaren Nvidia RTX Pro 4000, bietet aber mehr Speicher. Für KI-Entwickler, die große Sprachmodelle lokal ausführen wollen, ist das durchaus interessant.
Was das für den GPU-Markt bedeutet
Die Absage der Arc B770 ist symptomatisch für den gesamten GPU-Markt 2026. Nvidia hat die Super-Refresh-Serie der RTX 50 auf unbestimmte Zeit verschoben oder komplett eingestellt. AMD bringt keine neuen High-End-Karten. Und Intel zieht sich faktisch aus dem Gaming-Segment zurück – zumindest oberhalb der Arc B580.
Wer jetzt auf eine neue GPU im Mittelklasse-Bereich hofft, schaut in die Röhre. Die Speicherkrise wird uns laut Analysten noch bis 2027 oder 2028 begleiten. Und solange KI-Rechenzentren mehr zahlen als Gamer, werden die Hersteller weiter Prioritäten setzen – zu unseren Ungunsten.
Fazit: Ein bitterer Tag für Intel-Fans
Ich bin ehrlich enttäuscht. Nach dem soliden Start der Arc B580 hatte ich echte Hoffnung, dass Intel den GPU-Markt aufmischen könnte. Die Technik ist da, die Treiber sind mittlerweile vernünftig, und die Performance stimmt. Aber wenn selbst Intel sagt, dass sich Consumer-GPUs nicht mehr lohnen, dann zeigt das, wie kaputt der Markt gerade ist.
Die Arc Pro B70 ist für ihre Zielgruppe – KI-Entwickler und Workstation-Nutzer – tatsächlich eine spannende Option. 32 GB VRAM für unter 1.000 Dollar ist ein starkes Argument. Aber für uns Gamer bleibt nur die Erkenntnis: Der lang ersehnte Big Battlemage existiert, nur kaufen können wir ihn nicht in der Form, die wir wollten.
Wer eine vernünftige Mid-Range-GPU braucht, greift weiterhin zur Arc B580 – solange sie noch lieferbar ist. Oder wartet. Wie lange, kann aktuell niemand sagen. Willkommen im Hardware-Jahr 2026.


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