Moin zusammen, hier ist Dario. Manchmal lese ich eine Tech-News und denke mir: Das ist entweder genial oder komplett wahnsinnig. Die Story um SoftBanks neue Firma „Roze“ fällt definitiv in diese Kategorie. Der japanische Tech-Gigant plant gerade einen Börsengang, der selbst für Masayoshi Sons Verhältnisse ziemlich wild ist.
Was ist Roze überhaupt?
Roze (manchmal auch Roze AI genannt) ist ein neues Unternehmen, das SoftBank gerade aus dem Boden stampft. Das Konzept: Autonome Roboter sollen Rechenzentren in den USA bauen. Ja, ihr habt richtig gelesen – Roboter, die Serverfarmen errichten. Der Plan ist, das Unternehmen noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 an die US-Börse zu bringen. Die angestrebte Bewertung? Schlappe 100 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das wäre einer der größten Tech-IPOs aller Zeiten – und das für ein Unternehmen, das noch kaum Umsatz macht.
KPMG wurde bereits engagiert, um die IPO-Unterlagen vorzubereiten, und im Juli ist ein Analyst Day in einem texanischen Rechenzentrum geplant, um Investoren anzulocken. SoftBank selbst schweigt offiziell, aber die Berichte von Financial Times, Wall Street Journal und Reuters innerhalb weniger Stunden deuten darauf hin, dass die Entscheidung intern gefallen ist.
Der große Plan: Physical AI als nächste Grenze
Um Roze zu verstehen, muss man SoftBanks größere KI-Strategie kennen. CEO Masayoshi Son hat vier Fokusfelder definiert: KI-Chips, KI-Rechenzentren, Energie – und Robotik. Die Übernahme von ABB Robotics für 5,375 Milliarden Dollar im Oktober 2025 war ein entscheidender Baustein. ABB ist einer der weltweit führenden Anbieter für industrielle Automatisierung mit rund 7.000 Mitarbeitern.
Son fasst seine Vision so zusammen: „SoftBanks nächste Grenze ist Physical AI.“ Die Idee ist, ABBs Hardware-Expertise mit KI-Fähigkeiten zu verschmelzen. Roze soll dabei als operativer Arm fungieren – Roboter bauen die Infrastruktur, auf der dann KI-Modelle laufen. Ein interessantes Henne-Ei-Problem: Man braucht KI und Roboter, um Infrastruktur zu bauen, aber auch Infrastruktur, um KI und Roboter zu bauen.
Warum das Timing Sinn ergibt – und Risiken birgt
Der Hintergrund: In den USA fehlen aktuell rund 439.000 Bauarbeiter. Satellitenbilder zeigen, dass bis zu 40 Prozent der KI-Rechenzentrum-Baustellen mit Verzögerungen kämpfen. Die Nachfrage nach Compute-Kapazität explodiert, aber das Bauen hält nicht mit. Roboter könnten diesen Engpass lösen – theoretisch.
Das Problem: SoftBank hat eine gemischte Bilanz bei mutigen Wetten. WeWork, Zume Pizza, Katerra – alles Namen, die Investoren nervös machen. Selbst intern gibt es Skeptiker. Einige SoftBank-Manager haben laut Berichten Zweifel geäußert, ob 100 Milliarden Dollar realistisch sind. Ein Börsengang 2027 statt 2026 sei eine echte Möglichkeit.
Die kritische Frage ist: Wie viel echten Umsatz kann Roze in den zwölf Monaten vor dem IPO vorweisen? Wenn die Firma mit Pilotprojekten und Absichtserklärungen an die Börse geht, könnte die Bewertung dasselbe Schicksal erleiden wie WeWorks damalige Mondpreis-Fantasie.
Die größere Perspektive: Robotik wird zum KI-Narrativ
Was mich an der Geschichte fasziniert: Die KI-Infrastruktur-Welle schwappt jetzt über GPUs hinaus. Speicher, Netzwerk, Energie – und eben auch die physische Konstruktion werden zu strategischen Engpässen. Wer die Rechenzentren schneller und effizienter bauen kann, gewinnt einen echten Vorteil.
SoftBank setzt darauf, dass Robotik das nächste große Börsen-Narrativ nach Chips und Cloud wird. Die Kombination aus OpenAI-Beteiligung (Software-Layer), Arm Holdings (Chip-Layer) und jetzt Roze (Physical-Layer) zeigt eine durchdachte Strategie – oder zumindest eine sehr teure Wette.
Mein Fazit
Ehrlich gesagt: Ich bin hin- und hergerissen. Die Vision ist spannend – Roboter, die autonom Rechenzentren hochziehen, klingt nach Science-Fiction, die gerade real wird. Und der Bedarf ist definitiv da.
Aber 100 Milliarden Bewertung für ein Pre-Revenue-Startup? Das ist selbst in KI-Hype-Zeiten ambitioniert. Masayoshi Son hat schon Milliarden verbrannt und auch Milliarden verdient. Bei Roze wird sich zeigen, ob sein „Physical AI“-Traum mehr Substanz hat als Pizza-Roboter.
Ich werde das Analyst Day im Juli definitiv im Blick behalten. Wenn SoftBank dort echte Roboter zeigt, die echte Server-Racks aufbauen, wird’s interessant. Bis dahin: Gesunde Skepsis ist angebracht.
Bis zum nächsten Mal,
Dario

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