Two black Vortex Lever RAM sticks with glowing RGB tops displayed in a glass case

RAM-Preise explodieren 2026: Was Gamer und PC-Bauern jetzt wissen müssen

Wer 2026 einen PC bauen oder aufrüsten will, erlebt einen Kulturschock an der Kasse. DDR5-RAM kostet mindestens dreimal so viel wie noch im Sommer 2025. 32 GB DDR5, die damals unter 100 Euro zu haben waren, kosten heute über 300 Euro. SSDs mit 1 TB sind doppelt so teuer, 4-TB-Modelle rund 70 Euro teurer. Und laut dem Marktforschungsunternehmen TrendForce werden die Preise im zweiten Quartal 2026 nochmals um bis zu 75 Prozent steigen. Was steckt dahinter – und was solltest du jetzt tun?

Die Ursache: KI fügt dem Speichermarkt einen Dauerkater ein

Die Ursache ist dieselbe wie bei den GPU-Preisen: Der globale KI-Boom saugt Produktionskapazitäten auf. KI-Rechenzentren von Microsoft, Google und Co. benötigen riesige Mengen an High Bandwidth Memory (HBM) – einer Spezialförm von RAM, der auf denselben Fertigungsanlagen produziert wird wie normaler DRAM. Die Hersteller Samsung, SK Hynix und Micron haben ihre Kapazitäten massiv in Richtung HBM umgestellt, weil die Margen dort um ein Vielfaches höher sind.

Das Ergebnis: Weniger Produktionskapazität für normalen DDR4- und DDR5-RAM. Die Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich – und die Preise explodieren. Dazu kommt die angespannte geopolitische Lage, chinesische Exportkontrollen für Seltene Erden und die Auswirkungen des US-Iran-Konflikts auf die Lieferketten.

Was das konkret bedeutet – aktuelle Preise im Überblick

ProduktPreis Sept. 2025Preis April 2026Veränderung
32 GB DDR5-Kit~95 €~310 €+226 %
64 GB DDR5-Kit~180 €~580 €+222 %
32 GB DDR4-Kit~60 €~155 €+158 %
SSD 1 TB (PCIe 4.0)~55 €~110 €+100 %
SSD 4 TB (PCIe 4.0)~210 €~280 €+33 %

Preise sind Richtwerte basierend auf Geizhals.de, April 2026.

Ein kurioses Paradox: Gamer rüsten ab

Die Steam-Hardware-Umfrage zeigt einen unerwarteten Trend: Statt aufzurüsten, verkaufen Gamer ihre teuren RAM-Riegel und ersetzen sie durch günstigere Modelle mit weniger Kapazität. Wer 32 GB verbaut hatte, wechselt auf 16 GB. Der Grund: Das Geld wird dringender anderswo gebraucht – oder die Riegel werden zu Spitzenpreisen verkauft. Gaming-Laptops mit einer mobilen RTX 5070, 32 GB RAM und 1-TB-SSD, die vor Weihnachten noch ab 1.300 Euro zu haben waren, kosten jetzt 1.500 bis 1.600 Euro oder mehr.

Wie lange dauert die Speicherkrise noch?

Analysten sind sich uneinig. Optimisten sehen eine Entspannung frühestens Ende 2026, wenn neue Produktionskapazitäten bei Samsung und SK Hynix fertiggestellt werden. Pessimisten verweisen darauf, dass der KI-Boom sich weiter beschleunigt und die neue Kapazität sofort wieder absorbiert wird. Die IDC prognostiziert für 2026 einen Rückgang der PC-Auslieferungen in Asien-Pazifik um 13,7 Prozent – wegen der Speicherknappheit.

Was du jetzt tun solltest

  • Kaufen wenn nötig, nicht spekulativ: Wer dringend mehr RAM braucht, sollte jetzt kaufen – ein weiterer Preisanstieg ist wahrscheinlich.
  • Preisalarm einrichten: Geizhals.de und idealo.de bieten Preisalarm-Funktionen. Nutze sie und greif bei temporären Tiefs zu.
  • Gebrauchtmarkt prüfen: Viele Gamer verkaufen gerade ihre alten RAM-Kits. eBay Kleinanzeigen ist derzeit eine günstige Alternative.
  • DDR4 statt DDR5 überlegen: Für Gaming-Zwecke macht DDR5 gegenüber DDR4 in den meisten Titeln keinen sprunghaften Unterschied – dafür ist der Preisunterschied massiv.
  • PC-Kauf hinauszögern: Wer nicht dringend einen neuen PC braucht, fährt mit Abwarten oft besser.

Häufige Fragen zur RAM-Speicherkrise 2026

Warum ist RAM 2026 so teuer?

Der KI-Boom treibt die Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) enorm an. Die Chiphersteller Samsung, SK Hynix und Micron stellen Produktionskapazitäten von normalem DRAM auf HBM um, weil die Margen höher sind. Das reduziert das Angebot für Consumer-RAM und treibt die Preise.

Wann sinken die RAM-Preise wieder?

Frühestens Ende 2026, wenn neue Fertigungskapazitäten online gehen. Allerdings könnte die weiter wachsende KI-Nachfrage diese Kapazitäten sofort wieder absorbieren. Eine vollständige Normalisierung auf das Preisniveau von 2024/25 ist kurzfristig nicht zu erwarten.

Wie viel RAM brauche ich fürs Gaming 2026?

Für reines Gaming reichen 16 GB DDR5 noch gut aus. 32 GB sind für zukünftige Titel und Multitasking empfehlenswert, aber angesichts der Preise kein Muss. Wer auch lokal KI-Modelle betreiben will, sollte 32 GB einplanen.

Ist DDR4 oder DDR5 günstiger?

DDR4 ist aktuell noch günstiger, aber ebenfalls stark gestiegen. Für einen Neubau auf AM5 (AMD) oder LGA1851 (Intel) ist DDR5 Pflicht. Wer eine ältere Plattform hat und nur aufrüsten will, fährt mit DDR4 günstiger.


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